
Kribbelnde Finger. Der Körper vibriert.
Und alles in mir schreit: Los. Jetzt.
Ich bin eine Sprinterin.
Nicht im sportlichen Sinn – im Leben.
Ich brauche diesen Moment, wenn man in den Startblöcken steht und merkt: Jetzt wird aus dem anfänglichen Gekritzel auf einer Serviette etwas Echtes.
Geduld?
Ein Tempo über lange Strecken halten?
Marathon-Mentalität?
War nie meins.
Ich denke schnell, ich handle noch schneller. Und wenn etwas danebengeht, wird’s korrigiert.
Vielleicht triggert mich deshalb ein Satz wie kaum ein anderer:
„Warte mal ab, das wird schon werden.“
Wie bitte?
Warten fühlt sich für mich an wie stehen bleiben,
obwohl der Körper rennen will.
Als Kind war ich schon so.
Während meine Mama an mein Sitzfleisch appellierte,
war ich im Kopf längst drei Schritte weiter –
beim Aufspringen, beim Losgehen, beim Weiterlaufen.
Hummeln im Hintern seit Tag eins.
Diese Energie hat mich durchs Leben getragen –
oder besser: nach vorne gebracht.
Nicht immer zur Freude anderer.
Frühere Vorgesetzte, Lieferanten
und ja, auch mein heutiger Metzger.
Neulich sagte er zu mir:
„Du bist mir zu schnell.“
Ich nehme das als Kompliment.
Bewegung macht etwas. Immer.
Und doch kenne auch ich diesen Moment:
den Moment, in dem man merkt:
Ich bleibe stehen, wenn ich jetzt nicht gehe.
Für mich war das der Tag,
an dem ich mein Angestelltenverhältnis gelöst habe.
Wie ein Akku, der sich leise entlädt,
bis die Warnlampe grell aufleuchtet.
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